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Organisation der Schweizer Luftrettung

Allgemeine Organisation

In der Schweiz gibt es vier verschiedene Luftrettungsorganisationen

Die einzelnen Organisationen im Überblick

Alpine Air Ambulance (AAA)

Die Alpine Air Ambulance, abgekürzt "AAA", ist eine der Lions Air Group unterstellte private Luftrettungsorganisation. Sie betreibt den in Birrfeld stationierten Lions 1, Lions 3 sowie den Christoph Liechtenstein.

Link zur Webseite der AAA

Air Glaciers

Die Air Glaciers ist eine hauptsächlich in der Region Wallis und Bern tätige Firma, welche das Rettungsgeschäft als ihr Kerngeschäft bezeichnet. Mit zwei operativen Luftrettungsbasen in Lauterbrunnen und Sion sowie 3043 Einsätzen im Jahr 2024 bildet sie einen wichtigen Teil der Alpinen Rettung in der Schweiz ab.

Link zur Webseite der Air Glaciers

Air Zermatt

Die Air Zermatt hat, wie der Name schon ausdrückt, ihren Hauptsitz in Zermatt am Fuße des Matterhorns. Sie fliegt Rettungsflüge mit drei Helikoptern des Typs Bell 429 an den Standorten in Zermatt, Raron und Gampel, aber auch Taurettungen mit dem Helikoptertyp AS350 B3e. Die AS350 B3e kann im Saisonbetrieb umgebaut werden, um auch Patienten mit einer Trage zu transportieren. Die AS350 B3e ist mit einem Piloten und einem diplomierten Rettungssanitäter besetzt, ein Arzt befindet sich nicht an Board. Ihr Hauptgeschäft sind aber nicht Rettungs-, sondern Transport- sowie Rundflüge. Die Air Zermatt steht in enger Kooperation mit der Air Glaciers, zum Beispiel durch eine gemeinsame "Rettungskarte" für Gönner.

Link zur Webseite der Air Zermatt

Rega

Die Rega ist der größte Dienstleister für Rettungsflüge in der Schweiz. Sie betreibt schweizweit 14 Helikopterbasen, von welchen sich bis zu 16 Helikopter gleichzeitig im Einsatz befinden können. Im Betrieb sind im Moment die Helikoptertypen H145 (BK117-D3) und AW109, welche alle bis Ende 2026 durch Hubschrauber vom Typ H145 (BK117-D3) ersetzt werden sollen. In Grenchen betreibt sie ausserdem eine AS350 B3e, die als Trainingshelikopter aber auch für Transportflüge eingestzt wird. Im Moment sind davon schon 12 der 21 neuen Helikopter bei der Rega eingetroffen und befinden sich im Einsatzbetrieb (Stand 14.02.2026). Neben den Hubschraubern betreibt die Rega auch eine Ambulanzjetflotte an ihrer Homebase am Flughafen in Zürich. Diese werden für Repatriierungsflüge eingesetzt. Die meisten Informationen im schweizer Docs Abschnitt werden sich spezifisch auf die Rega beziehen, da von sie allen Luftrettungsorganisationen am meisten Informationen für die Öffentlichkeit bereitstellt.

Link zur Webseite der Rega

Koordination der Einsätze

Die Alarmierung von Helikoptern kann in der Schweiz über drei verschiedene Wege geschehen:

Rega Zentrale am Flughafen Zürich

Die Rega Helikopter Einsatzzentrale (HEZ) am Flughafen in Zürich disponierte 2024 19.667 Einsätze, davon wurden 14.714 Einsätze mit Helikoptern durchgeführt (Jahresbericht Rega). Erreicht werden kann die Rega Zentrale über die Telefonnummer 1414. Die Hubschrauber der Rega können von den kantonalen Sanitätsnotrufzentralen über die Rega Zentrale aufgeboten werden. Schnittstellen, welche eine direkte und schnelle Weitergabe der Einsatzdaten gewährleisten, führen zu einer schnellen Alarmierung eines geeigneten Rettungsmittels.

Kantonale Sanitätsnotrufzentralen (SNZ)

Jeder Kanton in der Schweiz betreibt eine Sanitätsnotrufzentrale, kurz SNZ, welche über die Nummer 144 erreicht werden kann. Air Glaciers, AAA oder auch Air Zermatt werden dann über diese Zentrale aufgeboten. Die Sanitätsnotrufzentrale disponiert die Rettungsmittel und steht in engem Kontakt mit den Feuerwehr-, Polizeileitstellen sowie der Rega Zentrale.

Notfunknetz

Da im alpinen Gelände nicht immer eine Verbindung zum Mobilfunknetz möglich ist, besitzt die Schweiz ein Notfunknetz. Über die Frequenz 161.300 MHz kann die Rega Zentrale alarmiert werden, welche das Notfunknetz ständig überwacht.

Link zum Dokument der Rega bezüglich Funkrufaufbau über den Notfunk

Funkregeln

Die Funkregeln im Funk der Rega unterscheiden sich von jenen in Deutschland. Nachfolgend sind die Unterschiede an einem Beispiel auf Deutsch aufgelistet. Im Anhang befinden sich auch die Funkbeispiele auf Schweizerdeutsch.

Funkbeispiel:

Rega 69 ➜ Rega Zentrale

"Rega, Rega 69, Antworten!"

Für die Rega Zentrale wird "Rega" als Abkürzung verwendet. Statt "Kommen" verwendet man den Begriff "Antworten". Das "von" wird komplett weggelassen, die zu rufende Station wird als erstes genannt, die Rufende als zweites.

Rega Zentrale ➜ Rega 69

"Rega 69, Rega, Antworten!"

Die Rega Zentrale meldet den Funkaufbau mit Rega 69 zurück, nach dem Funkaufbau wird nur der Name der sendenden Station verwendet. Der Helikopter kann nun seine Nachricht übermitteln.

Rega 69 ➜ Rega Zentrale

"Rega 69, gestartet in Richtung Capitolpass, Parkunfall. Frage, genauere Informationen zum Einsatz? Antworten!"

Der Helikopter übermittelt seine Nachricht

Rega Zentrale ➜ Rega 69

"Rega, Verstanden, unklare Lage auf Parkdeck E4, Eintreffen Sanität 0-6 Minuten, Antworten!"

Die Rega Zentrale bestätigt mit einem "Verstanden" dass die Frage aufgenommen wurde

Rega 69 ➜ Rega Zentrale

"Rega 69, Verstanden, Eintreffzeit 0-8 Minuten, Antworten"

Der Helikopter meldet mit einem "Verstanden" die Aufnahme der Informationen zurück. Die eigene Eintreffzeit wird mit "Eintreffzeit" und der Anzahl Minuten rückgemeldet.

Rega Zentrale ➜ Rega 69

"Rega, Verstanden, Schluss"

Die Rega Zentrale bestätigt die Aufnahme der Eintreffzeit mit einem "Verstanden" und beendet das Funkgespräch mit einem "Schluss"

Das obige Beispiel auf Schweizerdeutsch:

Rega 69 ➜ Rega Zentrale

"Rega, Rega 69, Antworte!"

Rega Zentrale ➜ Rega 69

"Rega 69, Rega, Antworte!"

Rega 69 ➜ Rega Zentrale

"Rega 69, gstartet richtig Capitolpass, Töffunfall. Frag, gnaueri Informatione zum Iisatz? Antworte!"

Rega Zentrale ➜ Rega 69

"Rega, Verstande, Frontalkollision Töff gege PKW, Iiträffzit Sanität 0-6 Minute, Antworte"

Rega 69 ➜ Rega Zentrale

"Rega 69, Verstande, Iiträffzit 0-8 Minute, Antworte!"

Rega Zentrale ➜ Rega 69

"Rega, Verstande, Schluss"

Partnerorganisationen

Alpine Rettung Schweiz

Die Alpine Rettung Schweiz ist eine Stiftung der Rega und des schweizer Alpenclubs (SAC). Durch sie werden verschiedene Fachspezialisten für die Bergrettung gestellt, welche alle über die Rega Zentrale aufgeboten werden:

Fach/Rettungsspezialist Helikopter (RSH)

Bei den RSHs handelt es sich um ortskundige Bergretter, welche für die Helikopterrettung ausgebildet sind. Sie können für die Seilbahn- oder Geländerettung vom RTH aufgenommen werden. Aufgeboten werden die RSHs über die Rega Zentrale. Der Aufnahmeort wird bei jedem Einsatz neu festgelegt. Er ist abhängig vom Einsatzort und der aktuellen Position des RSHs.

Fachspezialist Canyoning

Die Fachspezialisten Canyoning werden für die Rettung aus Canyons und fließenden Gewässern eingesetzt.

Fachspezialist Hund Geländesuche (GS)

Die Fachspezialisten Hund Geländesuche sind für die Suche nach Vermissten in schwierigem oder unübersichtlichem Gelände zuständig.

Fachspezialist Hund Lawinensuche (LW)

Die Fachspezialisten Hund Lawinensuche sind für die Suche nach verschütteten Person in Lawinen zuständig.

Website der Alpinen Rettung Schweiz

First Responder

In jedem Kanton gibt es Stand Heute ein First Responder System. Dabei handelt es sich um qualifizierte Ersthelfer, welche bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Die First Responder werden von der SNZ über eine App alarmiert. Das Annehmen des Einsatzes ist freiwillig. Wenn der Einsatz angenommen wird, begeben sich die First Responder zum Einsatzort, um Erstmaßnahmen, wie zum Beispiel eine Reanimation, einzuleiten. Sie können auch den Rettungsdienst nach seinem Eintreffen unterstützen, z.B. beim Umlagern oder beim Suchen einer Medikationsliste des Patienten.

Swisstransplant

Swisstransplant ist die in der Schweiz zuständige Stiftung für Organtransplantationen. Sie führt die Warteliste, koordiniert die Organ- sowie Gewebespenden und ist auch für die Logistik zuständig. Dafür greift sie auf die Alpine Air Ambulance als Partner zurück, welche luft- und bodengebunde Organtransporte durchführen kann.

Schweizer Luftwaffe

Die schweizer Luftwaffe unterstützt die zivilen Kräfte bei Sucheinsätzen. Dafür kommt der EC635 (militärische Version der H135) oder auch der H225 Super Puma zum Einsatz. Mit Gebirgsspezialisten der Luftwaffe können auch Bergungen durchgeführt werden. Bei Großereignissen kann die schweizer Luftwaffe auch subsidiär zur Unterstützung des Rettungsdienstes eingesetzt werden.